Kann man Heilung beweisen?

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Heilung als Forschungsgegenstand in den modernen Naturwissenschaften

von Thomas Wehr

Laut einer Umfrage in den 1990er Jahren glauben 82% der Bevölkerung in den USA an die heilende Kraft des Gebets, 64% wünschen sich das Gebet als unterstützende Maßnahme in einem medizinisch-therapeutischen Prozess. Immerhin 16% des medizinischen Personals setzt das Gebet entsprechend ein. Patienten berichten von der heilenden Kraft des Gebets, das andere für sie gesprochen haben. Viele sind durch solch eine Erfahrung zum Glauben gekommen.

Alles Einbildung, vermutet der aufgeklärte Mensch und verbannt die biblischen wie neuzeitlichen Erfahrungsberichte über die heilende Kraft des Gebets in den Bereich der Mythen, der Fehlinterpretationen, des Irrtums und des Zufalls. Rasch ist man bei der Frage angelangt: „Kann man Heilung beweisen?“. Die Naturwissenschaft ist ein mächtiges Instrument in Sachen Wahrheitsfindung und läge es da nicht nahe, auch einmal die Wirkung des Gebets ins Visier zu nehmen?

In den letzten 20 Jahren steigt das Interesse von Wissenschaftlern, Gebetswirkung experimentell zu untersuchen.

Wie untersucht man die heilende Wirkung des Gebets? In der Regel teilt man eine bestimmte Anzahl von Patienten mit einem bestimmten Krankheitsbild auf zwei Gruppen auf: eine Gruppe, für die gebetet wird und eine Gruppe, für die nicht gebetet wird. Nach einer gewissen Zeit vergleicht man den Krankheitsverlauf beider Gruppen. Insbesondere drei Aspekte sind hierbei besonders wichtig, um dem wissenschaftlichen Anspruch eines Experiments gerecht zu werden: Die Zuteilung in die beiden Gruppen muss vollkommen zufällig erfolgen, damit beide Gruppen unter vergleichbaren Bedingungen betrachtet werden können. Die Patienten wissen nicht, das für sie gebet wird, damit sich keine unerwünschten Nebeneffekte einstellen (Verbesserung allein auf Grund des Wissens, dass jemand um Heilung betet). Die Personen, die beten, kennen die Patienten nicht, damit sich auch hier keine Nebeneffekte einstellen, z.B. durch persönlichen Kontakt außerhalb des Gebets.

1988 veröffentlicht Dr. Byrd erste positive Befunde: Eine Patientengruppe des San Fransisco General Hospital (Herzerkrankungen), für die während ihres Klinkaufenthalts gebetet wurde, weist schnellere Genesung auf als die Vergleichsgruppe ohne Gebet.

Unter der Leitung von Dr. Harris weist eine Untersuchung aus dem Jahr 1999 mit rund 1.000 Patienten des Saint Luke’s Hospital in Kansas City (Kardiologie) in die gleiche Richtung: Weniger Komplikationen im Verlauf des Genesungsprozesses und eine signifikante Verbesserung des Allgemeinzustands während des Krankenhausaufenthalts.

2006 setzt Prof. Leibovici in einem Krankenhaus in Israel die Untersuchungen mit über 2.000 Patienten fort und findet signifikant kürzere Verweilzeiten von Patienten, die Heilungsgebete erhielten.

Ist die heilende Wirkung des Gebets damit bewiesen? Es ist ein großer Gewinn, dass heute Gebetsstudien unter kontrollierten und streng wissenschaftlichen Bedingungen durchgeführt werden können. In der Fachwelt sind sie jedoch scharfer Kritik ausgesetzt, was nicht immer nur rein wissenschaftliche, sondern oft ideologische Gründe hat. Im Lichte der biblischen ganzheitlichen Heilung wirken solche Studien stark verkürzt. Sicherlich bleibt die Schwierigkeit, umfassende Heilungserlebnisse wissenschaftlich zu begleiten, da diese oft spontan geschehen. Letztlich bleibt auch heute noch die Heilungserfahrung ein sehr persönliches und anderen schwer zu vermittelndes Erlebnis.

  1. 8. Dezember 2014

    Ingrid Gissel

    Hallo

    bei solchen Studien bekomme ich ein ungutes Bauchgefühl.
    Jesus hat immer den Menschen gesehen, den er geheilt hat. Er hatte tiefstes Mitleid und Erbarmen für die Kranken. Heimlich, ohne dass die betroffenen davon wussten, hat er meines wissens nicht geheilt.
    = Die blutflüssige Frau musste vor allen Anwesenden erklären, warum sie Jesus berührte, trotz aller Peinlichkeiten, den Mann mit der verkrüppelten Hand stellte Jesus in die Mitte, er fragte immer persönlich: „was willst du, das ich für dich tun soll“……..
    Sollte Jesus hier wirklich einen Unterschied machen zwischen den Kranken für die gebetet wird ohne dass sie davon überhaupt wissen und der anderen Gruppe, die doch genauso unter ihren Krankheiten leiden?
    Das passt meiner Meinung nach nicht zu Jesus. Ich bin sicher, dass er auch heute noch Menschen heilt, aber : er sieht ihn an, es jammert ihn und er fragt, was willst du, das ich dir tun soll?

    Gottes Segen

    Ingrid Gissel

  2. 26. November 2011

    Manuel

    Es ist schön zu wissen, dass man seinen Kopf nicht ausschalten muss, um Christ sein zu dürfen ;)
    Dennoch bekomme ich Bauchschmerzen, wenn ich von solchen Studien lese. Es gibt genug Studien, die wiederum das Gegenteil von dem zu belegen scheinen, was die oben erwähnten belegen „wollen“.

    Außerdem ist es zu bequem die wissenschaftliche Beweisbarkeit Gottes (aus richtigen Gründen) abzustreiten, aber sich dann doch wieder über Studien zu freuen, die ihn „beweisen“.

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