Gottes Hände tragen durch schwere Zeiten

Von
/ / Kommentieren

Ein Bericht des Dieners vom Propheten Elia

nacherzählt von Thomas Wehr

Ich möchte euch von meinem Herrn Elia erzählen. Angefangen hatte alles lange vor meiner Dienstzeit bei ihm. Isebel, die Frau des Königs, hatte den Baal-Kult in unser Gott verheißenes Land gebracht. Sie ließ alle Propheten Gottes umbringen. Aber Elia konnte ihren Häschern entkommen. Elia kündigte eine Dürrezeit für das Land an. Drei lange Jahre vertrocknete das Land und die Ernten verkümmerten, doch in all dieser Zeit versorgte Gott Elia mit Trinken und Essen.

Gottes Hand ruhte schon immer auf Elia. Doch der König erkannte es nicht und sah die Schuld für die Dürre bei Elia. Verstockt bis auf den dunklen Grund seines Herzens, unser König. Darauf hin ließ Elia alle Baal-Propheten versammeln. Ein Brandopfer sollte Baal entzünden. 450 Propheten tanzten um den Altar, ritzten sich die Haut auf und spritzen ihr Blut auf das tote Tier. Hatte aber nicht funktioniert. Elia dagegen schüttet noch reichlich Wasser über das Tier. Er betet und Gott verzehrt mit einer riesigen Flamme das Brandopfer. Ich habe es selbst gesehen. Das war ein Triumph!

Als Isebel von der Niederlage erfuhr, sollte Elias Blut fließen. Das war ein Schock für meinen Herrn. Alle Kraft schien von ihm zu weichen. Und mit einem glanzlosen Blick und trüber Stimme sagte er mir, er wolle in die Wüste fliehen und ich solle nicht mitkommen. Dabei sah er aus als käme er nicht einen Schritt weit. Sein ganzes Leben im Einsatz für Gott, und am Ende gemeuchelt werden. Ich konnte ihn schon verstehen.

Jeden Tag hielt ich Ausschau nach ihm, ob er wohl zurückkehren werde. Am zehnten Tag begann ich mir Sorgen zu machen. Nach einem Monat war ich mir seines Todes so gut wie sicher. Mir fielen vor Freude fast die Sandalen von den Füßen, als ich ihn nach vierzig Tagen am Horizont erblickte. Elia, rief ich, wo warst du, was hast du erlebt? Und das erzählte er mir:

Ich flehte zu Gott, er möge mich erlösen. Diesem verblendeten König und seiner Isebel immer und immer wieder zeigen zu müssen, dass Gott die Ehre gebührt. All die toten Propheten. Blut, Blut, Blut. Und nun sollte auch meines fließen. Ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich legte mich nieder. Sollte mir die heiße Wüstensonne doch den Gar aus machen. Benommen schlief ich ein. Hätte Gott es gewollt, dann wäre das der perfekte Zeitpunkt gewesen, ein Ende mit mir zu machen, aber ich erwachte, und das war das Traurigste in all diesen Tagen in der Wüste. Ein Engel Gottes gab mir Verpflegung an die Seite. Ich aß, ich schlief. Wieder weckte mich der Engel – ganz sanft – und wieder aß ich, was er mir gab. So ging das vierzig Tage und Nächte. Gott wich nicht von meiner Seite, behütete mich wie ein kleines Kamelbaby, das immer wieder von seiner Mutter angestoßen wird, damit es aufsteht. Und so irrte ich benommen und weinend durch die Wüste, bis ich in eine Höhle geriet. Dort fragte mich Gott: Was machst du hier, Elia? Ich klagte ihm mein Leid und plötzlich fragte ich mich selbst, was ich dort eigentlich machte. Gott war da und sprach zu mir und plötzlich merkte ich, dass mein Leben von seinen Händen getragen wird, egal wohin ich gehe. So war es auch schon damals während der Dürrejahre gewesen. Ich habe keine Angst mehr. Nun sendet er mich wieder aus, aber schon bald darf ich mein Prophetenamt an Elisa übergeben. Gott erhält mein Leben und er überfordert mich nicht. Und so lasse ich die Wüste hinter mir…“

Das sind die Worte meines Herrn Elia, die er mir freudestrahlend über seine Wüstenzeit kundgetan hat. Mögen sie euch zur Inspiration und Stärkung dienen.

Nachzulesen ist das Leben von Elia im Alten Testament, im ersten Buch der Könige, Kapitel 17-19

Kommentieren

Folge uns!