Du bist berufen!

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Künstler fühlen sich berufen, ein Bild zu malen, ein Buch zu schreiben. Personen werden in Ämter berufen, z. B. Professoren an Universitäten. Wenn man seinen eigenen Standpunkt stärken will, beruft man sich oft auf eine höhere Autorität. Und schließlich hat auch der Beruf etwas mit Berufung zu tun: Oft suchen wir uns den Beruf, von dem wir glauben, dass er uns erfüllt und in dem wir mit Leidenschaft dienen können.

Berufung hat also zum einen etwas mit dem zu tun, was wir als ein inneres Drängen erleben, das gelebt und geteilt werden möchte. Zu anderen werden wir manchmal auch dazu berufen, eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen. In diesem Fall geschieht dies meist durch eine höhergestellte Person, auf die wir uns dann in brenzligen Situationen aber auch wiederum berufen können, und die dann für uns einsteht.

Das Verständnis von der Berufung spielt in der Beziehung zwischen Gott und Mensch eine überaus bedeutsame Rolle. Glaube ich an Gott, bin ich mir dann auch bewusst, wozu ich im Glauben berufen worden bin? Schauen wir ins Neue Testament.

Wer an Jesus Christus glaubt, ist von Gott berufen, das unvergängliche Erbe anzutreten (Hebräer, Kapitel 9, Vers 15). Das bedeutet,

  • Gott ruft dich aus der Finsternis heraus (1. Petrus, Kapitel 2, Vers 9) zum ewigen Leben (1. Timotheus, Kapitel 6, Vers 12). Die Finsternis bedeutet ein Leben ohne Gott. Ein solches Leben endet mit dem Tod. Gott hingegen beruft dich durch Seinen Sohn Jesus Christus zu einem Leben nach dem Tod in Seiner Gegenwart.
  • Du wirst an Seinem Reich und an Seiner Herrlichkeit teilhaben (1. Thessalonicher, Kapitel 2, Vers 12). Du wirst dich ein „Kind Gottes“ nennen dürfen (Römer, Kapitel 8, Vers 17), und als solches ein Mitglied von Gottes Familie sein – als ein Miterbe Christi.
  • Gott trägt für dich Sorge (Römer, Kapitel 8, Verse 28-30). Als ein Miterbe Seines Sohnes lässt Gott dich nicht allein. Wen Er zum unvergänglichen Erbe beruft, dem „trägt alles zum Guten bei“, so dass eine innige und unumstößliche Beziehung zwischen dir und Gott entsteht. Gott, dein Vater, hat das so von Anfang an geplant. Ihr werdet eine Familie sein. Das ist es, was Er möchte.
  • Du erbst den Segen Gottes (1. Petrus, Kapitel 3, Vers 9). Gott wird dich segnen und du wirst andere segnen. Die Liebe Gottes durchdringt dich und wird durch dich weitergetragen.
  • Du bleibst nicht allein (Epheser, Kapitel 4, Verse 1-6). Gott trägt für dich Sorge auch durch deine Mitmenschen, die den Glauben an Jesus mit dir teilen. Gemeinsam mit vielen anderen, die Gott berufen hat, wirst du in dem Frieden leben, der von Jesus ausgeht (Kolosser, Kapitel 3, Vers 15). Dieser Frieden ist das Band, das die Familie Gottes zusammenhält. Statt Egoismus steht gegenseitige Liebe und Achtung im Vordergrund. So wirkt Gott durch andere Menschen und er lebt in ihren Herzen.

Die Beziehung zwischen Gott und Mensch ist folglich geprägt durch ein familiäres Band, durch das Gott dich als „Sohn“ oder „Tochter“ betrachten möchte, und so darfst du Gott deinen „Vater“ nennen. Eine Berufung in diese Familie hinein bedeutet Teilhabe an Seiner Erbschaft. In diesem Bewusstsein steht für den Christen die Liebe zu Gott, dem Vater, und zu den Mitmenschen, den Geschwistern, im Vordergrund (nachzulesen in Römer, Kapitel 8, Verse 1-17).

Künstler fühlen sich berufen, ein Bild zu malen, ein Buch zu schreiben. Das kann nicht jeder und das will auch nicht jeder. Aber wir alle fühlen in uns ein bestimmtes Drängen, einen Ruf aus der Heimat, eine tiefe Sehnsucht, die wir Menschen miteinander teilen: Der Ruf Gottes. Gott ruft dich. Als dein liebender Schöpfer möchte er dich in der Geborgenheit Seiner Familie wissen. Wie wirst du antworten?

 

 

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